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Kirche Maria Loreto |
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Alles begann mit einem
kleinen Häuschen, dem "Häuschen von Nazareth", einer Gnadenstätte im
Heiligen Land, die vor der Eroberung durch Türken sozusagen nach Loreto in
Italien "versetzt" und dadurch errettet worden ist. Und eben dieses
Heiligtum fand im 17. Jahrhundert in St. Andrä eine Nachbildung.
Der fromme Fürstbischof Albert von Priamis (1640-1654) fasste bereits den
Beschluss, außerhalb der Stadtmauern eine große Marienkirche zu erbauen.
Zuerst ließ er im Norden der Stadt auf einem kleinen Hügel eine Kapelle
errichten, ganz nach den Ausmaßen des Häuschens von Nazareth. Darüber wollte
er eine gewaltige Marienkirche erstehen lassen und derselben noch ein
Frauenkloster anfügen.
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Am 8. Dezember 1647 wurde die Schwarze Madonna, eine
ebenfalls nach dem Modell aus Loreto nachgebildete Marienstatue, feierlich
in die Kapelle im Norden der Stadt getragen. Die bereits damals rasch
eingesetzte Anteilnahme seitens der Bevölkerung und deren Spendenfreudigkeit
ermutigte den Bischof, mit dem Bau der Kirche beginnen zu können. Dass
hinter der Kirche auch ein Kloster entstehen sollte, überstieg allerdings
die Finanzkraft des Fürstbischofs. Nach dessen Tod 1654 wurde der Bau
eingestellt, da sich auch sein Nachfolger vor einer Kostenexplosion
fürchtete.
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Der eigentliche Ausbau der Kirche
erfolgte erst unter Fürstbischof Kaspar von Stadion (1673 - 1704), der das
Privatvermögen seiner reich begüterten Familie in dieses Vorhaben
investierte. Baumeister der Kirche war aller Wahrscheinlichkeit nach ein
gewisser Jurie aus Aquileia. Bis 1687 war der Bau soweit fertig gestellt,
dass nur noch die innere Ausstattung und der Ausbau der Türme fehlte. Auch
die Kapelle, jetzt im Hauptschiff stehend, wurde solider ausgebaut und mit
Bildern geschmückt, von denen sich ein Verkündigungsbild noch bis heute
erhalten hat.
So entstand eine der größten und schönsten Barockkirchen Kärntens im Maße
von 40m x 15m (LxB) im Hauptschiff bzw. 40m quer durch die Seitenkapellen.
An der Seitenwand der Kirche befindet sich das Grabmal des Erbauers, der
1704 gestorben war und zunächst in der heutigen Pfarrkirche beigesetzt
wurde. Auf Betreiben seiner Familie wurden seine Gebeine 14 Jahre später in
die Loretokirche verlegt, wo heute noch der Grabstein verbunden mit einem
Denkmal zu sehen ist.
Nach dem Ausbau wurde Maria Loreto immer weiter bekannt, und zahlreiche
Wallfahrer kamen zum Marienheiligtum. Schon 1747 wurde unter großem Andrang
der Bevölkerung das 100-Jahr Jubiläum begangen. In der Säkularisierungswelle
unter Joseph II. erlitt die Kirche allerdings durch die Aufhebung des
Dominikanerklosters (Hofdekret 17.3.1782) einen schweren Tiefschlag,
betreuten doch die Schwestern nicht nur die Kirche, sondern führten auch ein
Pensionat für Mädchen und waren für die gesamte Bevölkerung karikativ tätig.
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Fürstbischof Gandolf Graf Ernst von Küenberg (1790 - 1793) wollte daraufhin
die Kirche zu einer "Funktionskirche" aufwerten, d.h. für große bischöfliche
Zeremonien umgestalten. Deswegen wurden die Gnadenkapelle nach rückwärts
verlegt - wo sich auch heute noch die Statue der Schwarzen Madonna befindet
- , um so die großartige Weiträumigkeit der Kirche zu voller Wirkung zu
bringen. In den folgenden Jahrzehnten mussten immer wieder kostspielige
Reperaturen durchgeführt werden (Feuer, Senkungen des Gewölbes...), Unter
Bischof Anton Martin Slomsek hat man die äußerlichen Feierlichkeiten vom 8.
Dezember 1847 (200 - Jahr Jubiläum) auf den 15. August 1848 (Mariä
Himmelfahrt) verlegt. Damit wurde der 15. August zum Hochfest der
Loretokirche. Als bleibende Erinnerung wurde die 3380 Pfund schwere Glocke
"Maria Loreto" gespendet, die aber, wie alle anderen Glocken, dem 1.
Weltkrieg zum Opfer fiel.
Nach der Verlegung
des Bistumsitzes nach Marburg übernahmen die Jesuiten die Kirche (1860) und
zeichneten sich durch mehrere Renovierungsmaßnahmen besonders aus. Eine
durchgreifende Renovierung wurde erst 1937/38 unter der Leitung vom
Architekten Prof. Karl Holey in die Tat umgesetzt. Auch der zweite Weltkrieg
ging nicht spurlos (Glocken) an Maria Loreto vorbei. Die damals vertriebenen
Jesuiten kehrten bald nach dem Krieg wieder zurück und übernahmen erneut die
Obsorge für die Kirche. (Große Renovierung 1960 anlässlich der 100 - Jahr
Feier des Bestehens der Jesuiten in St. Andrä).
Im Vorfeld der 650 -
Jahr Jubiläumsfeierlichkeiten der Stadt St. Andrä (1989) wurden
großangelegte Außenrestaurierungs - bzw. Renovierungsarbeiten gemeinsam mit
der Neugestaltung des Loretovorplatzes durchgeführt (Kostenaufwand: 6,5
Mill.ATS). Den krönenden Abschluss all dieser Maßnahmen bildete die im
Vorjahr abgeschlossene Neueindeckung des Loretodaches, die nur unter großer
finanzieller Mithilfe seitens der Bevölkerung bewerkstelligt werden konnte
und die die Kirche Maria Loreto auch heute als strahlendes Zentrum der
Marienwallfahrt im Lavanttal erscheinen lässt.
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An Begräbnisstätten finden sich in dieser Kirche, außer der Gruft des Fürstbischofs Stadion, vor dem Speisgitter auch die Gruft der Dominikanerinnen in der rechten Seitenkapelle, wo etwa sechzig Nonnen, Beichtväter und ältere Frauen beigesetzt worden sind. Bis zum heutigen Tage hat sich die Loretokirche als Wallfahrtsziel erhalten, das besonders an den Hochfesten der Muttergottes von zahlreichen Gläubigen aus nah und fern besucht wird.
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Umwelteinflüsse haben auch die Loretokirche nicht verschont. Über Initiative des damaligen Bürgermeisters Dir. Rudolf Kores wurde der „Verein zur Renovierung der Loretokirche, der Gestaltung des Loretovorplatzes und des Loretoweges“ ins Leben gerufen. In seinem Vorstand ist die Kirche, der Jesuitenorden, der Pfarrgemeinderat von St.Andrä, und die Stadtgemeinde St.Andrä vertreten. Ziel dieses Vereines ist es, dieses Bauwerk in seiner Schönheit zu erhalten, und notwendige Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten durchzuführen. Die Außenrestaurierungs- und Renovierungsarbeiten sowie die Neugestaltung des Loretovorplatzes wurden mit einem Kostenaufwand von S 6,5 Millionen anlässlich des Stadtjubiläums 1989 vollendet. Die finanziellen Mittel für dieses bedeutungsvolle Projekt haben die Diözese Gurk, das Land Kärnten, der Stadterneuerungsfonds und die Stadtgemeinde St.Andrä bereitgestellt. Ebenso kam es im Rahmen der Stadterneuerung zur Neugestaltung des Loretoweges.
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